Küken schlüpfen: Ablauf, Dauer und Hilfe beim Kükenschlupf
Wenn die Küken beginnen zu schlüpfen, ist die Brutzeit abgeschlossen. Der Hühnerzüchter erntet die Früchte seiner Arbeit nach der behutsamen Brutzeit der Bruteier. Doch genau wie bei der Brut, gibt es auch am Schlupftag bei der Kunstbrut einiges zu beachten, damit der Prozess reibungslos abläuft.
Falls Sie sich für das Schlüpfen der Küken interessieren oder Unterstützung benötigen, ist dieser Artikel wie für Sie gemacht. Im Folgenden zeigen wir, wie das Schlüpfen abläuft, was für einen reibungslosen Ablauf und gesunde Küken wichtig ist und welche Ausstattung benötigt wird. Dabei enthält dieser Artikel hilfreiche Hinweise für Hühnerhalter unabhängig von der Erfahrung.
Ob Sie erfahrener Zuchtprofi sind oder ein ambitionierter Einsteiger – wir versorgen Sie mit den wichtigsten Infos. Um Ihnen einen praktischen Überblick über dieses umfangreiche Thema zu bieten, haben wir diesen Artikel in mehrere Abschnitte unterteilt. Auf diese Weise können Sie auch schnell die Informationen finden, die Sie benötigen:
- Die wichtigsten Hinweise für das Schlüpfen der Küken
- Was passiert nach dem Schlüpfen?
- Küken beim Schlüpfen richtig unterstützen
- Häufig gestellte Fragen zum Schlüpfen der Küken
Die wichtigsten Hinweise für das Schlüpfen der Küken
Der Schlupfprozess ist die Belohnung einer jeden erfolgreichen Kükenzucht. Doch damit dieser gelingt, gibt es einige wichtige Hinweise zu beachten. Um Sie bei der erfolgreichen Aufzucht zu unterstützen, lernen Sie im Folgenden kennen, wie Sie die optimalen Bedingungen herstellen, die den Küken das Schlüpfen möglichst erleichtern. Außerdem lernen Sie die häufigsten Komplikationen beim Schlupf kennen und wie Sie diesen vorbeugen können.
Der Ablauf des Schlüpfens
Das Schlüpfen selbst ist ein instinktiver Ablauf, bei dem sich das Küken ganz schön anstrengen muss. Schon in den letzten Bruttagen richtet sich das Küken so aus, dass es mit dem Kopf zur Luftblase zeigt. Am 20. Tag beginnt das Küken die Luftblase anzupicken, sodass es sich von nun an erstmals mittels Atmung mit Sauerstoff versorgen kann. Danach beginnt das Anpicken der Außenschale. Dabei bohrt das Küken ein Loch oder einen Riss in die Eierschale.
Daraufhin beginnt das Küken, mit seinem Eizahn die Eierschale kreisförmig einzuritzen. Sobald die Schale ausreichend gelockert ist, drückt sich das Küken aus dem Ei, indem es sich kraftvoll mit den angewinkelten Beinen abstößt. Sobald das Schlüpfen beginnt, herrscht schon bald ein reges Treiben. Obwohl die Küken nach dem Schlüpfen für einige Minuten noch feucht und sehr erschöpft sind, erholen sie sich schnell und erkunden unter lautem Piepsen neugierig ihre Umgebung.

Die richtigen Bedingungen für das Schlüpfen sicherstellen
Wenn die Brutzeit gut verläuft, schlüpfen die Küken nach 21 Tagen. Um die richtigen Brutbedingungen mit der optimalen Temperatur sicherzustellen, empfehlen wir, eine Brutmaschine mit Thermostat zu verwenden, mit der die optimale Bruttemperatur von 38,3 °C eingestellt werden kann.
Doch auch während des Schlüpfens spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Diese sollte beim Ausbrüten bei 38,3 °C liegen. Kontrollieren Sie die eingestellte Temperatur im Display des Flächenbrüters oder einem separaten Brutthermometer. Ebenso wichtig wie die Temperatur ist die Luftfeuchtigkeit. Diese sollte mit Beginn des Schlüpfens von 45 % auf 55 % erhöht werden.
Die hohe Luftfeuchtigkeit ist wichtig, damit die Membranen nicht austrocknen und sich verhärten, was den Schlüpfvorgang für das Küken ungleich schwerer werden lässt. Überprüfen Sie regelmäßig die Feuchtigkeitswerte, um die Feuchtigkeit immer im Blick zu behalten.

Mögliche Schwierigkeiten beim Schlüpfen
Da es sich beim Schlüpfen der Küken um einen präzisen Vorgang handelt, der den Küken viel Kraft kostet, können verschiedene Komplikationen auftreten. Im Folgenden haben wir die häufigsten Schwierigkeiten für Sie im Folgenden aufgeführt und wie Sie diesen vorbeugen können:
- Austrocknen der Membranen: Es kann passieren, dass die Membranen der Bruteier austrocknen, sodass sie sich verhärten. Das kann es dem Küken nicht nur erschweren, sondern es ihm unmöglich machen, die Eierschale anzupicken. Um das zu verhindern, ist es wichtig, immer die nötige Luftfeuchtigkeit beim Schlüpfen aufrechtzuerhalten.
- Eingeklebte Küken: Eine weitere mögliche Schwierigkeit ist es, dass das Küken mit der Membran und der Schale verklebt. Das kann die Bewegungsfreiheit einschränken und das Schlüpfen erschweren. Auch hinter dieser Komplikation steckt häufig eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Wenn das Küken Schwierigkeiten hat, sich von der Schale zu befreien, können Sie schnell eingreifen und die Schalen entfernen.
- Küken ersticken: Wenn die Luftblase zu klein ist oder das Küken beim Schlüpfen in der falschen Position ist, kann es passieren, dass der Sauerstoffvorrat nicht ausreicht. Um einer falschen Position vorzubeugen, ist die regelmäßige Wendung der Eier während der Brut wichtig, wofür ein passender Wendeeinsatz für die Brutmaschine notwendig ist. Bei automatisierten Geräten wird diese Aufgabe zuverlässig vom Brutautomat vollautomatisch erledigt.

Was passiert nach dem Schlüpfen?
Nach dem erfolgreichen Schlüpfen beginnt die Kükenaufzucht. Praktischerweise können die frischen Küken die ersten 24 Stunden im Brüter verbringen. Danach sollte die Schlupfphase vollständig abgeschlossen und alle Hühnerküken aus Ihren Bruteiern geschlüpft sein. Das geht auch, da die Küken in dieser Zeit keine Nahrung benötigen. Sie zehren stattdessen von ihrem Dottersack. Dotter ist reich an Vitaminen und anderen Nährstoffen, sodass er den Küken alles bietet, was sie während der ersten Stunden brauchen. Allerdings ist es empfehlenswert, die bereits geschlüpften Küken von den restlichen Bruteiern zu trennen. So kann die Gesellschaft der agilen Tierchen die anderen Küken im Gelege beim Schlüpfen stören.
Die richtige Unterbringung der Küken
Danach brauchen die Küken eine andere Umgebung, die ihnen alles Nötige bietet. Dazu zählen vor allem Wärme, geeignetes Futter und frisches Wasser. Eine gute Lösung ist ein Kükenheim, das genau auf diese Aufgabe ausgerichtet ist.
Hinzu kommen Wärmeplatten oder Rotlichtstrahler, welche die Küken mit der nötigen Wärme versorgen und für die perfekten Bedingungen bei der Aufzucht unerlässlich sind. Insgesamt sollte die Umgebung den in der Naturbrut vorherrschenden Bedingungen nahekommen. Mit dem passenden Kükenfutter können Sie Ihre Küken versorgen und einen weiterhin gesunden Entwicklungsverlauf sicherstellen.
Küken beim Schlüpfen richtig unterstützen
Am besten können Sie die Küken beim Schlüpfen unterstützen, indem Sie für die richtigen Bedingungen sorgen. So sind die Temperatur und vor allem die Luftfeuchtigkeit für einen Bruterfolg ausschlaggebend. Doch auch indem Sie Bruteier schieren, das regelmäßige Durchleuchten der Eischale, können Sie während der Brutzeit den Kükenembryo und dessen gesunde Entwicklung überprüfen.
Für ambitionierte Hobbyzüchter und für gewerbliche Zuchtbetriebe können wir daher empfehlen, auf professionelle Flächenbrüter zu setzen, die Sie dabei unterstützen, die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei der Brut und beim Schlüpfen aufrechtzuerhalten.
Häufig gestellte Fragen zum Schlüpfen der Küken
Wenn Sie an dieser Stelle noch Fragen zum Schlüpfen der Küken haben, sind Sie hier genau richtig. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fragen von Hobby- wie Profi-Züchtern gesammelt und übersichtlich für Sie beantwortet:
Ab wann schlüpfen Hühnerküken?
Bei Hühnereiern beläuft sich die Brutzeit in der Regel auf 21 Tage. Dabei kann die Zeit natürlich etwas variieren, je nach Hühnerrasse, Eiqualität und Brutbedingungen. Wenn Sie Wachteln oder anderes Geflügel züchten möchten, gelten natürlich abweichende Schlupfzeiten.
Warum ist die Luftfeuchtigkeit beim Schlüpfen wichtig?
Die Luftfeuchtigkeit sollte beim Schlüpfen bei ca. 55 % liegen, damit die Membranen nicht austrocknen und sich verhärten. Das würde das Schlüpfen der Küken erschweren und im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass sie die Eischale nicht öffnen können.
Wie lange dauert der Schlupf eines Kükens?
Der Schlupf, vom ersten Anpicken bis zur völligen Befreiung von der Eierschale, kann zwischen 12 und 24 Stunden dauern. Allerdings kann dieser Zeitraum je nach Küken und Brutei anders ausfallen.