Hühnereier ausbrüten: Anleitung & Tipps für Anfänger
Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, Hühnereier auszubrüten und das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen. Neben Zuchtbetrieben gibt es viele ambitionierte Hobbyzüchter, die sich für die Vermehrung und Aufzucht von Hühnern begeistern. Dabei tendieren viele Züchter zur Kunstbrut, die im Gegensatz zur Naturbrut viele Vorteile aufweist.
So herrscht eine bessere Hygiene, die Brutkapazität ist kaum begrenzt und es kann von der Jahreszeit unabhängig gebrütet werden. Zudem fällt es auch Anfängern leichter, Bruteier mit einer Brutmaschine auszubrüten, da die Technik das Vorhaben auf mehreren Ebenen unterstützt. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, auf welche Faktoren es bei der Zucht von Hühnern und anderem Geflügel ankommt.
Das bietet Ihnen als Einsteiger eine hilfreiche Orientierung. Doch nicht nur das: Auch als erfahrener Hühnerzüchter erhalten Sie hier wertvolle Tipps, um Ihre Hühnerzucht zu optimieren. Wenn Sie Hühnereier ausbrüten möchten, gibt es nämlich einiges zu beachten. Aus diesem Grund haben wir diesen Artikel in mehrere Abschnitt unterteilt. So gewinnen Sie einen guten Überblick und können schnell die Informationen finden, die Sie suchen:
- Die erfolgreiche Kükenaufzucht beginnt mit dem Ei
- Die richtigen Bedingungen für die Kunstbrut
- Die richtige Ausstattung zum Küken ausbrüten
- Brutprobleme vermeiden und Küken gesund ausbrüten
- Hühnereier ausbrüten und Zuchterfolge erzielen
Die erfolgreiche Kükenaufzucht beginnt mit dem Ei
Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Brut sind die Eier. Die Qualität der Bruteier fängt bereits bei der Ernährung und der artgerechten Haltung der Elterntiere an. Doch auch auf das einzelne Ei kommt es an. Verformte, stark verschmutzte oder beschädigte Bruteier sind nicht erfolgversprechend.
Zudem sollten die Bruteier frisch sein, denn auch bei fachgerechter Lagerung nimmt die Tauglichkeit mit zunehmendem Alter ab. Am besten wählen Sie Bruteier, die nicht älter als 5 Tage sind. Die Lagerung der Bruteier sollte bei gleichbleibender Raumtemperatur zwischen 8 und 12 °C erfolgen. Eier aus einem Supermarkt sind übrigens nicht geeignet, da sie in den meisten Fällen nicht befruchtet sind oder falsch gelagert wurden.
Die richtigen Bedingungen für die Kunstbrut
Ein erfolgreicher Brutbetrieb zeichnet sich dadurch aus, dass es ihm gelingt, die Bedingungen der Naturbrut möglichst getreu nachzubilden. So übernimmt die Glucke instinktiv viele Handlungen während der gesamten Brutzeit, damit sich die Embryos gut entwickeln und gesunde Küken schlüpfen. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Bedingungen, die für die passende Umgebung und ein zufriedenstellendes Schlupfergebnis sorgen.
Bruttemperatur konstant aufrechterhalten
Zentral für die Aufzucht der Bruteier ist die richtige Temperatur. Auch diese sollte den Bedingungen der Naturzucht entsprechen. Für Hühnereier empfehlen wir unsere BRUJA Flächenbrüter eine Bruttemperatur von 38,3 °C. Schon eine Temperaturabweichung von 1 bis 2 °C kann bereits Probleme verursachen und die Brut negativ beeinflussen. Bei der richtigen Temperatur schlüpfen die Küken in der Regel am berechneten Schlupftag. Die Schlupfphase kann 10 bis 24 Stunden dauern.

Die optimale Luftfeuchtigkeit
Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine zentrale Rolle beim Unterfangen Hühnereier auszubrüten. Während der Brutzeit der Hühnereier sollte diese ca. 45 bis 55 % betragen. Bei mangelnder Feuchtigkeit haben die Küken Schwierigkeiten beim Schlüpfen und können sich in der Eierschale verfangen. Um die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten, ist ein integriertes oder separates Hygrometer unabdingbar.

Die richtige Luftregulierung
Eine ausreichende Luftzirkulation ist für das Ausbrüten von Bruteiern ebenfalls zentral. Nur so können der nötige Sauerstoffaustausch und die Abfuhr von Kohlendioxid gewährleistet werden. Die meisten Brüter verfügen über ausreichend Öffnungen, sodass ein steter Zustrom an ausreichender Frischluft gegeben ist.

Regelmäßiges Schieren
Das Schieren ist ein wichtiger Arbeitsschritt beim Ausbrüten von Hühnereiern. Mit einer Schierlampe werden die Bruteier durchleuchtet, um die Entwicklung und Lage des Embryos zu überprüfen. Weißschalige Bruteier werden in der Regel am 7. Bruttag und braunschalige Eier einige Tage später geschiert. Dabei können durch das Schieren auch befruchtete von unbefruchteten Bruteiern unterschieden werden. Erstere erscheinen im Licht durch die bereits entwickelten Blutgefäße leicht rötlich.

Position und Wendung der Bruteier
Die richtige Einlage der Bruteier ist zentral, diese ist jedoch davon abhängig, welches Brutgerät Sie verwenden. Entweder werden die Bruteier auf der Spitze oder auf der Längsseite platziert. Ebenso wichtig ist die regelmäßige Wendung der Bruteier. Diese ist für eine gleichmäßige Verteilung der Wärme und Nährstoffe wichtig. Dabei werden sie ab dem 3. Bruttag bis 3 Tage vor dem Schlupf gewendet. Ein Inkubator mit Wendeautomatik übernimmt diese Aufgabe automatisch, während sie sonst selbst Hand anlegen müssen.
Die richtige Ausstattung zum Küken ausbrüten
Um all diese Bedingungen über den Zeitraum des Ausbrütens aufrechtzuerhalten, ist die richtige Technik unerlässlich. Wir können Ihnen daher nur empfehlen, auf unsere Technik zuzugreifen. Wenn Ihr Brutapparat vollautomatisch ist, kann er Ihnen viele einzelne Arbeitsschritte abnehmen und Ihnen dabei helfen, die Brutbedingungen zu kontrollieren. So erfolgt die Wendung der Bruteier kontinuierlich und automatisch. Übrigens können Sie bei uns auch leicht einen spezialisierten Wendeeinsatz für die Brutmaschine kaufen, mit dem Sie Ihr Brutgerät auf die Eiergröße anderer Geflügelarten ausrichten können. Unsere Modelle verfügen auch über ein integriertes Brutthermometer und ein Hygrometer, mit denen Sie die Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer leicht im Blick behalten können. Zusätzlich sollten Sie nicht auf eine Schierlampe verzichten. Mit dieser können Sie befruchtete Bruteier für die Brut ausfindig machen und die Entwicklung des Embryos direkt überwachen.

Brutprobleme vermeiden und Küken gesund ausbrüten
Um bei der Kunstbrut gesunde Küken auszubrüten, müssen viele Faktoren stimmen. Daher verwundert es nicht, dass dieser Prozess durchaus fehleranfällig ist. Dabei können sowohl Neulinge als auch erfahrene Züchter auf Probleme stoßen. Gemeinsam mit unseren Experten haben wir im Folgenden eine Tabelle erstellt, welche die häufigsten Fehler, Ursachen und Lösungsvorschläge übersichtlich zusammenfasst.
| Feststellung: | mögliche Ursache: | Behebung: |
|---|---|---|
|
1. unbefruchtete Eier, |
nicht befruchtet |
zuchtfähigen Hahn zu maximal sechs Hühnern setzen |
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überlagert |
Eier mehrmal einsammeln, rasch abkühlen lassen und nicht über 10 Tage lagern |
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Zuchttiere über- oder unterernährt |
vielseitige Ernährung der Elterntiere (Keimfutter), auf Endoparasiten und Ektoparasiten kontrollieren |
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2. abgestandene Eier |
zu hohe Bruttemperaturen, zu niedrige Lagertemperaturen |
Thermometer überprüfen, Bruttemperatur überwachen, Wärme- und Kälteeinwirkung von außen vermeiden, Bruteier zwischen 10 - 15 °C lagern |
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ungenügendes Wenden |
Wendeautomatik kontrollieren (Gebrauchsanleitung benutzen) |
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kranke Elterntiere |
Zuchttierbestand kontrollieren (alle Tiere müssen gesund und munter sein) |
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3. Voll entwickelte Küken in der Schale |
ungenügendes Wenden |
Wendeautomatik kontrollieren (Gebrauchsanleitung benutzen) |
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erbliche Fehler |
bei der Auswahl der Zuchttiere auf gute Schlupffähigkeit achten (siehe 2) |
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falsche Bruttemperatur |
richtige Bruttemperatur beachten, 37,5 - 38 °C gelten als Standard, Toleranz beträgt + - 0,25 °C |
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4. Küken steckengeblieben |
zu niedrige Feuchtigkeit |
Hygrometer überwachen |
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zu niedrige Bruttemperatur |
Bruttemperatur überwachen (siehe 3) |
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5. geschlüpfte Küken mit Schlupfschäden |
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a) verklebte Küken |
ungenügende Feuchtigkeit während des Schlupfes |
Luftfeuchtigkeit während des Schlupfes erhöhen |
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b) verschmierte, große weiche Küken |
zu feucht, Frischluftmangel, zu trocken während der Vorbrut, zu niedrige Bruttemperatur |
weniger Feuchtigkeit, Lüftung erhöhen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen, Thermometer überprüfen, Bruttemperatur überwachen |
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c) Eidotter nicht eingezogen, kurzer Flaum |
zu hohe Bruttemperaturen bzw. zu große Temperaturschwankungen, zu trocken gebrütet |
(siehe 5b) |
|
d) zu kleine Küken |
zu kleine Bruteier, |
Bruteiergewicht kontrollieren, |
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e) Küken tot in der Schlupfhorde |
Nabelinfektion durch verschiedene Krankheitserreger |
Desinfektion des Brutgerätes, besonders während des Schlupfes |
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f) Früh- bzw. Spätschlupf der Küken, blutiger Nabel |
zu hohe bzw. zu niedrige Bruttemperaturen |
Thermometer überprüfen, Bruttemperatur überwachen |
|
g) Missbildungen: Kreuzschnabel, Schnabelverkrümmung, fehlende Augen, verkrümmte Zehen |
Elterntierbestände mit Fehlern in der Erbmasse, |
Zuchttierbestand neu überprüfen (Selektion), |
Hühnereier ausbrüten und Zuchterfolge erzielen
Jetzt haben Sie alle Informationen erhalten, um Hühnereier mit Erfolg ausbrüten zu können. Achten Sie auf die Auswahl der Bruteier und gewährleisten Sie die richtige Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftzirkulation und Bewegung der Bruteier. Schon bald können Sie sich über gesunde Hühnerküken freuen. Mit einem Flächenbrüter von BRUJA gelingt Ihnen die Kunstbrut zuverlässig und sicher – für gesunde Küken und erfolgreiche Aufzucht von Anfang an.
