Bruteier schieren: Befruchtete Eier erkennen und Embryos prüfen
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Bruteier schieren: Befruchtete Eier erkennen und Embryos prüfen

Bei der Kunstbrut ist das Schieren der Bruteier einer der wichtigsten Arbeitsschritte. Da der Begriff und dessen Bedeutung für viele Anfänger neu sein mag, möchten wir ihn in diesem Artikel erläutern. Unter Schieren wird der Arbeitsschritt verstanden, bei dem die Bruteier mit einer Lampe durchleuchtet werden. Das ermöglicht es dem Züchter, die Entwicklung und Gesundheit des Embryos zu begutachten.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welche Informationen Sie durch das Schieren gewinnen können, wie häufig dieser Arbeitsschritt durchgeführt werden muss und wie Sie dabei am besten vorgehen. Da Schieren ein ebenso interessantes wie wichtiges Thema ist, haben wir diesen Artikel in mehrere Abschnitte unterteilt. So können Sie schnell die Informationen finden, die Sie für den Erfolg Ihrer Zucht benötigen:

  1. Die Bedeutung des Schieren
  2. Richtig Eier schieren
  3. Das Küken im Ei beurteilen
  4. Bruteier schieren und eine erfolgreiche Brut sicherstellen
  5. Häufig gestellte Fragen über das Schieren von Bruteiern

Die Bedeutung des Schierens

Um regelmäßiges Schieren kommt kein angehender Hühnerhalter oder ein Züchter anderer Geflügelarten herum. Dabei erfüllt dieser Handgriff mehrere wichtige Funktionen für eine erfolgreiche Kunstbrut:

  • Befruchtete Eier erkennen: Schon früh in der Brutzeit lässt sich mit dem Schieren erkennen, ob es sich beim Brutei überhaupt um ein befruchtetes Exemplar handelt. Nach drei bis fünf Tagen in der Brutmaschine können bereits Blutgefäße erkannt werden, die auf den sich entwickelnden Embryo hindeuten.
  • Entwicklung des Embryos: Mittels regelmäßigem Schieren kann die Entwicklung des Embryos überprüft werden. Dazu zählen zum Beispiel die Größe, die Position der Luftblase und der Herzschlag. Auch Brutfehler können so erkannt und unter Umständen noch behoben werden.
  • Bestimmung des Bruttages Anhand der Entwicklung des Embryos ist es möglich, den Bruttag der Küken zu bestimmen. Das Schlüpfen beginnt bei Hühnereiern nach einer Brutzeit von etwa 21 Tagen. Bei Wachteleiern dauert die Brut meist etwa 17 Tage an.
  • Abgestorbene Bruteier: Auch wenn ein Embryo im Zuge der Brutzeit abgestorben sein sollte, kann das beim Schieren erkannt werden. Zu erkennen ist das an dunklen, unregelmäßigen Flecken oder einem Blutring.

Richtig Eier schieren

Das Schieren von Eiern ist also eine wichtige Maßnahme, um die Gesundheit der Embryonen sicherzustellen. Sollten Sie gerade erst mit der Zucht anfangen, zeigen wir Ihnen im Folgenden, wie Sie dabei am besten vorgehen. Doch auch wenn Sie bereits ein erfahrener Hühnerzüchter sind, finden Sie im Folgenden ebenfalls wichtige Hinweise.

Die Wahl der Lampe

Die Wahl der Lampe kommt beim erfolgreichen Schieren eine große Bedeutung zu. So eignet sich nicht jede beliebige Taschenlampe für diese wichtige Aufgabe. Die Lichtquelle muss mehrere wichtige Kriterien erfüllen. Dazu zählt, dass das Licht eine große Helligkeit, aber auch eine nur geringe Hitzeentwicklung aufweisen sollte.
Eine zu große Wärmeentwicklung kann die Entwicklung des Embryos nämlich negativ beeinträchtigen. Die meisten Schierlampen verwenden daher LED-Leuchtmittel, die zwar hell sind, aber dafür verhältnismäßig kühl bleiben. LEDs haben jedoch noch einen weiteren Vorteil: ihre lange Lebensdauer.

Bruteier schieren mit einer Eierdurchleuchtungslampe

Die richtigen Zeitpunkte zum Schieren

Damit Ihnen das Schieren die Informationen über Ihre Bruteier liefert, die Sie benötigen, ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Damit Sie sich einen schnellen Überblick verschaffen können, haben wir im Folgenden eine Tabelle für Sie zusammengestellt. Diese zeigt Ihnen die Zeitpunkte gemessen an der Brutzeit , an denen Sie zur Lampe greifen sollten, und welche Kenntnisse Sie so über den Zustand Ihrer Brut gewinnen können:

Bruttag Funktion
Tag 6 Schon zu diesem Zeitpunkt in der Brut lohnt es sich, die Bruteier zu schieren. So lassen sich bereits jetzt erste Blutadern erkennen. Wenn das der Fall ist, können Sie sich sicher sein, dass es sich bei Ihren Exemplaren um befruchtete Bruteier handelt.
Bei Bruteiern mit dünnen oder hellen Schalen kann diese Prüfung auch bereits am dritten Bruttag vorgenommen werden. Auch der Keim, die befruchtete Zelle, aus der sich der Embryo entwickelt, ist zu diesem Zeitpunkt bereits sichtbar.
Tag 10 Das Schieren am 10. Tag ermöglicht einen ersten Blick auf die Embryonen. Diese sind nun bereits sichtbar herangewachsen und sie nehmen den Großteil des Eiinhalts ein. Auch erste Bewegungen der Küken sind beim Schieren bereits erkennbar.
Tag 14 Am 14. Tag kann beim Schieren erkannt werden, dass das Küken den gesamten Raum des Bruteis einnimmt. Nur die Luftblase ist sonst noch vorhanden und nimmt die Unterseite des Bruteis ein. Es ist wichtig, dass diese intakt ist, da sie das Küken während des Schlupfs mit Sauerstoff versorgt.

Das Küken im Ei beurteilen

Wenn Sie sich an den oben genannten Zeitpunkten zum Schieren Ihrer Eier halten, können Sie die wichtigsten Entwicklungsschritte Ihrer Embryonen überwachen. Dabei gibt das Schieren jedoch auch Aufschluss über den Zustand der Embryonen und über mögliche Brutfehler. Im Folgenden möchten wir Ihnen häufige Komplikationen vorstellen und wie Sie beim Schieren erkannt werden können.

Beim Schieren abgestorbene Eier erkennen

Wenn Sie die Bruteier spätestens am 6. Tag durchleuchten und keine Blutgefäße zu erkennen sind, können Sie sich sicher sein, dass der Embryo abgestorben ist oder keine Befruchtung stattgefunden hat. Auch dunkle oder unregelmäßige Flecken und ein Blutring können auf einen abgestorbenen Embryo hindeuten.

Bruteier schieren: ein geflecktes Ei wird geschiert

Entwicklungsverzögerungen

Auch Entwicklungsverzögerungen können beim Schieren erkannt werden. Wenn der Embryo kleiner ist als er zum jeweiligen Zeitpunkt sein sollte, ist meist eine zu niedrige Temperatur die Ursache. Aus diesem Grund ist es wichtig, mit einem Flächenbrüter die optimale Temperatur von 38,3 °C konstant zu gewährleisten. Mit einem Brutthermometer können Sie die Temperatur immer im Blick behalten.

Bruteier schieren: Ansicht eines geschierten Ei

Fehlbildungen

Fehlbildungen können beim Schieren bereits früh an unregelmäßigen Gefäßstrukturen erkannt werden. Auch dunkle Flecken können auf Fehlbildungen hindeuten. Dazu können Fehler an Herz, Organen oder Fehlstellungen der Gliedmaßen gehören.

Bruteier schieren und eine erfolgreiche Brut sicherstellen

Das Schieren ist einer der wichtigsten Arbeitsschritte bei der Hühnerzucht. Auch wenn heutigen Hühnerzüchtern moderne vollautomatische Brutautomaten viel Arbeit abnehmen, bleibt dieser Handgriff weiterhin manuell. Das Schieren gibt Auskunft darüber, ob ein Brutei befruchtet ist und wie sich der Embryo im Laufe der Brutzeit entwickelt.
Damit bleibt das Schieren einer der wichtigsten Arbeitsschritte, um für eine erfolgreiche Brut und gesunde Küken zu sorgen. Wenn Sie eine passende Lichtquelle zum Schieren benötigen, können Sie in unserem Online-Fachhandel professionelle Schierlampen kaufen, mit denen Sie Licht ins Dunkel bringen können.

Häufig gestellte Fragen über das Schieren von Bruteiern

Sollten Sie an dieser Stelle noch Fragen zum Schieren von Bruteiern haben, sind Sie hier richtig. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fragen von Hobbyzüchtern und Profis gesammelt und für Sie übersichtlich beantwortet:

Wie schiert man richtig?

Die konkreten Handgriffe beim Schieren sind denkbar einfach. Nehmen Sie das Brutei einfach aus dem Wendeeinsatz der Brutmaschine und halten Sie die Lampe an die untere Eierschale. Schon können Sie das Geschehen im Inneren begutachten.

Welche Lampen eignen sich zum Schieren?

Zum Schieren sollten immer LED-Lampen verwendet werden. Diese sind nicht nur hell und haben eine lange Lebensdauer, sie zeichnen sich auch durch eine nur geringe Hitzeentwicklung aus.

Ab wann sollten Bruteier geschiert werden?

Das erste Mal sollten Sie Ihre Bruteier nach dem 7. Tag schieren, da dann bereits der Keim und erste Blutgefäße zu erkennen sind.