Wie lange brüten Hühner? Wichtige Informationen und Tipps für Züchter
Viele angehende Hühnerhalter stellen sich die Frage, wie lange Hühner eigentlich brüten. Glücklicherweise lässt sich die Brutzeit in den meisten Fällen exakt bestimmen. Wenn die Bedingungen zur jeweiligen Hühnerart passen und stabil aufrechterhalten werden, sorgt das für eine erfolgreiche Brut und die gesunde Entwicklung der Embryonen.
Wenn Sie sich zum ersten Mal mit der Hühnerzucht beschäftigen oder als erfahrener Züchter nützliche Hinweise zur Brutzeit benötigen, sind Sie hier genau richtig. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie lange die Brutzeit in der Regel andauert und wodurch sich die Kunstbrut von der Naturbrut unterscheidet. Außerdem zeigen wir Ihnen, welche Bedingungen für die optimale Brutzeit sorgen und wie Sie diese herstellen können.
Da sich die Brutzeit von Hühnern je nach Hühnerrasse und Bedingungen unterscheiden kann, haben wir diesen Artikel in mehrere Abschnitte unterteilt. Auf diese Weise erhalten Sie nicht nur einen schnellen Überblick, sondern können auch direkt die Informationen finden, die Sie benötigen:
- Brutdauer bei Kunstbrut und Naturbrut
- Vorbereitung auf die Brut
- Regelmäßig kontrollieren und Probleme vermeiden
- Fazit: Die Brutzeit ist von mehreren Faktoren abhängig
- Häufig gestellte Fragen zur Brutzeit von Hühnern
Brutdauer bei Kunstbrut und Naturbrut
Bevor wir die Fragen aufklären, wie lange Hühner brüten, ist es wichtig, zwischen Natur- und Kunstbrut zu unterscheiden. Bei einer Naturbrut kümmert sich die Henne oder Glucke um die Bruteier, indem sie sie ausbrütet und sich auch um die Aufzucht der Jungtiere kümmert. Während der Naturbrut herrschen entsprechend die natürlichen und besten Bedingungen für die Entwicklung der Embryonen. Die Naturbrut dauert 21 Tage, kann aber auch bis zu 22 Tage in Anspruch nehmen.
Unter Kunstbrut versteht man das Ausbrüten der Bruteier unter menschlicher Aufsicht. Die Brutzeit wird in einer Brutmaschine, oft einem Flächenbrüter, durchgeführt. Dank der präzisen, kontrollierbaren Brutbedingung beträgt die Brutzeit in der Kunstbrut im Normalfall 21 Tage. Die Praxis zeigt jedoch immer wieder, dass es in der Kunstbrut auch bis zu 23 Tage anhalten kann.

Vorbereitung auf die Brut
Eine möglichst kurze und gesunde Brutzeit beginnt mit der richtigen Vorbereitung. Bei der Naturbrut sollte der Henne ein sauberes und sicheres Nest als Brutplatz bereitgestellt werden. Außerdem sollte ein einfacher Zugang zu Futter und Wasser sichergestellt werden - nicht nur für die Henne, sondern auch für die später schlüpfenden Küken. Zudem sollten Sie auf mögliche spezielle Bedürfnisse der jeweiligen Hühnerrasse Acht geben.
So kann sich zum Beispiel die Dicke der Eierschalen unterscheiden. Außerdem sollte die Henne während der Brutdauer möglichst wenig gestört werden. Instinktiv verhält sich das Muttertier in dieser Zeit schützend und aggressiv gegenüber Tieren und Menschen, die sich dem Nest nähern. Zudem ist es wichtig, die Henne möglichst in Frieden zu lassen, damit sie die Bruteier ausreichend wärmen und wenden kann.
Die richtigen Bedingungen während der Kunstbrut
Während die Glucke in der Naturbrut selbst für die besten Bedingungen sorgt, sofern man es dem Tier ermöglicht, müssen Sie bei der Kunstbrut selbst dafür sorgen. Damit Ihr Zuchtbetrieb erfolgreich verläuft, haben wir die wichtigsten Bedingungen für eine normale Brutzeit im Folgenden gesammelt:
- Die optimale Bruttemperatur: Die optimale Temperatur während der Brutzeit liegt bei 38,3 °C, die durchgängig aufrechterhalten werden sollte. Nur geringfügige Abweichungen für längere Zeit können die Brutzeit verlängern oder die Entwicklung des Embryos beeinträchtigen.
- Hohe Luftfeuchtigkeit: Während der Brutzeit sollte die Luftfeuchtigkeit bei 45 % liegen. In der Schlupfphase sollte sie auf 55 % erhöht werden, damit die Membranen nicht austrocknen und verhärten, was dem Küken das Schlüpfen erschweren würde.
- Konstante Wendung: Ohne regelmäßiges Wenden würde der Embryo an der Schaleninnenseite festkleben. Das führt oft zu Missbildungen, Entwicklungsstörungen oder dem Absterben des Embryos.
Mit der Wahl des richtigen Brüters können Sie die Einhaltung dieser Bedingungen stark erleichtern. Wenn Ihr Brutautomat vollautomatisch die Bruteier wendet, wird das Festkleben der Ei-Innenseite vermieden. Außerdem ermöglicht das integrierte Thermostat, die optimale Temperatur konstant aufrechtzuerhalten.

Regelmäßig kontrollieren und Probleme vermeiden
Während die Glucke bei der Naturbrut möglichst ungestört bleiben sollte, ist es bei der Kunstbrut wichtig, die Brutbedingungen regelmäßig zu kontrollieren. Doch auch die Entwicklung der Embryos sollte während der Brutzeit beobachtet werden. Im Folgenden möchten wir Ihnen zeigen, worauf Sie bei der regelmäßigen Kontrolle Ihrer Bruteier achten sollten.
Die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Sollte die Temperatur dauerhaft um nur wenige Grad abweichen, kann das die Entwicklung des Embryos beeinträchtigen und die Brutzeit beträchtlich verlängern. Daher sollte allen voran die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig überprüft werden. Dafür genügt der Blick auf das Display des Brüters. Alternativ können Sie auch ein separates Brutthermometer und einen Feuchtigkeitsmesser für die Brutmaschine zur Hand nehmen.

Kontrolle der Entwicklung
Dabei ist es nicht nur wichtig, die Bedingungen zu überprüfen, sondern auch einen Blick in das Brutei selbst zu werfen. Mit einer Schierlampe können Sie das Brutei durchleuchten und die Entwicklung des Embryos kontrollieren. Wenn Sie wenige Tage nach Brutbeginn die Bruteier schieren und erste Blutadern erkennen, sind die Küken schon auf dem richtigen Weg.
Doch auch die Wendung ist wichtig. Während ein Brüter diese automatisch übernimmt, schadet es nicht, diese dennoch ab und an zu überprüfen. Bei einer manuellen Kunstbrut sollten Sie die Hühnereier hingegen selbst drei- bis achtmal täglich wenden.

Fazit: Die Brutzeit ist von mehreren Faktoren abhängig
Mit der richtigen Vorbereitung und Ausstattung können Sie die Brutzeit Ihrer Bruteier in der Regel genau vorherbestimmen. Mit professioneller Ausstattung können Sie für die optimalen Bedingungen sorgen und somit die normale Brutzeit einhalten. Gleichzeitig sorgen Sie so für eine gesunde Entwicklung der Embryonen und können sich schon bald über viele gesunde Küken freuen.
Häufig gestellte Fragen zur Brutzeit von Hühnern
Sollten jetzt noch Fragen über die Brutzeit von Hühnern offen sein, sind Sie hier richtig. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fragen von ambitionierten Hobbyzüchtern und Profis für Sie gesammelt und beantwortet:
Nach wie vielen Tagen schlüpfen die Küken normalerweise?
Bei einer Naturbrut schlüpfen die Küken nach 21 oder 22 Tagen aus den Hühnereiern. Bei einer Kunstbrut kann der Schlupftag zwischen dem 21. und 23. Bruttag datiert werden.
Haben unterschiedliche Hühnerarten andere Brutzeiten?
Ja, zwischen unterschiedlichen Arten kann sich die Brutzeit geringfügig unterscheiden. Bei Legehybriden kann der Schlupf bereits am 20. Tag stattfinden, während die Brut bei schwereren Rassen auch bis zu 22 oder 23 Tage in Anspruch nehmen kann
Was passiert bei nicht optimalen Brutbedingungen?
Durch nicht optimale Bedingungen können bei der Kükenaufzucht unterschiedliche Probleme und Fehler auftreten. So kann die Brutzeit länger dauern, da sich die Entwicklung der Embryonen verzögert. Im schlimmsten Fall können Fehlbildungen oder abgestorbene Embryonen die Folge sein.