Bruttemperatur: Hühner richtig ausbrüten – die perfekte Kunstbrut
Kein Faktor ist bei der Aufzucht von Hühnern so wichtig wie die optimale Bruttemperatur. Wenn diese nur wenige Grad abweicht, können die Embryos ihre Entwicklung nicht richtig vollziehen. Sollten Sie sich für die Kunstbrut interessieren oder sich schon länger damit beschäftigen, ist dieser Artikel wie für Sie gemacht.
Im Folgenden finden Sie alle wichtigen Informationen zur Bruttemperatur für Ihre Hühner. Dazu zählt, wie hoch die optimale Temperatur sein muss, wie sie sich auf die Bruteier auswirkt und wie diese stabil gehalten werden kann. Dabei ist dieser Artikel sowohl für Hobbyzüchter als auch für erfahrene Zuchtbetriebe geeignet.
Da es bei der Bruttemperatur viele verschiedene Aspekte zu beachten gibt, haben wir den folgenden Artikel in mehrere Abschnitte unterteilt. So erhalten Sie nicht nur einen übersichtlichen Einstieg ins Thema, sondern können auch schnell die Informationen finden, die Sie für Ihre Brut benötigen:
- Die optimale Bruttemperatur für Hühner
- Die richtige Bruttemperatur für Hühner sicherstellen
- Die Temperatur beim Schlüpfen der Küken
- Mit der richtigen Technik zur optimalen Bruttemperatur
- Häufig gestellte Fragen zur Bruttemperatur für Hühner
Die optimale Bruttemperatur für Hühner
Grundsätzlich gilt, dass die optimale Bruttemperatur bei der Kunstbrut den Bedingungen der Naturbrut möglichst nahekommen sollte. Diese liegt bei konstant 38,3 °C gemessen an der Ei-Oberkante. Wenn die Temperatur nur wenige Grad abweicht, kann das die gesunde Entwicklung des Kükens beträchtlich stören.
Warum ist die Bruttemperatur so wichtig?
Die Bruttemperatur spielt bei der Kükenaufzucht in mehrfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle: Die richtige Temperatur ermöglicht den gleichmäßigen und gesunden Stoffwechsel des Embryos. Dieser ist wiederum wichtig, damit das Küken gesund und gleichmäßig wächst.
Vor allem in der Frühphase der Brut, sollte die Temperatur durchgängig bei 38,3 °C liegen, da die Bruteier dann besonders anfällig für Störungen sind. Mit der richtigen Temperatur sorgen Sie für einen anfänglichen Brutvorgang, der die normale Entwicklung der Organe ermöglicht.
Wenn die Temperatur in den Bruteiern nicht konstant ist, kann dies unterschiedliche Komplikationen nach sich ziehen. Bei einer zu niedrigen Temperatur entwickelt sich der Embryo langsamer, sodass sich das Schlüpfen um mehrere Tage hinauszögern kann. Bei einer zu hohen Temperatur wird die Entwicklung hingegen beschleunigt, was zu Fehlbildungen bei den Tieren führen kann.
Diese Temperaturschwankungen können auch nach dem Schlüpfen zu einer höheren Sterblichkeit der Küken führen. Auch im Schlüpfprozess selbst kann eine zu niedrige Bruttemperatur problematisch sein. So picken die Küken die Schale nicht richtig an und können im Brutei verkleben, sodass sie beim Schlüpfen stecken bleiben.

Die ideale Bruttemperatur für Hühner sicherstellen
Die richtige Bruttemperatur ist also in mehrfacher Hinsicht ein zentraler Faktor für einen erfolgreichen Brutbetrieb. Um Sie bei Ihrer Zucht zu unterstützen, haben wir im Folgenden die wichtigsten Tipps und Methoden gesammelt, um für eine konstante Bruttemperatur zu sorgen. Dabei sind unsere Hinweise für Sie nützlich, unabhängig davon, ob Sie Anfänger oder schon länger mit der Vermehrung Ihres Geflügels beschäftigt sind.
Die Vorbereitung der Bruteier
Um für eine erfolgreiche Brut zu sorgen, muss bereits die richtige Auswahl an Bruteiern sichergestellt werden. Sie sollten Ihre Bruteier immer von einem Bauern oder Züchter kaufen. Bei Exemplaren aus dem Supermarkt handelt es sich meist um unbefruchtete Eier, die zudem unter falschen Bedingungen gelagert wurden. Bei der Auswahl der Bruteier sollte auf gesunde und fruchtbare Elterntiere geachtet werden, da diese bereits genetisch die besten Eigenschaften mitbringen.
Bevor Sie mit dem Ausbrüten beginnen, ist auch die Lagerung der Bruteier wichtig. Auch dabei ist die richtige Temperatur vonnöten, die zwischen 8 und 15 °C liegen muss. Dabei sollte die Lagerung der Bruteier nicht länger als 10 Tage dauern. Eine Lagerung, die über diesen Zeitraum hinausgeht, beeinträchtigt die Qualität der Bruteier. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt bei der Lagerung eine Rolle - diese sollte bei 60 bis 75 % liegen

Bruttemperatur messen und kontrollieren
Wenn die Brutphase eingeleitet wird, gilt es, die Bruttemperatur auf die für Hühner optimale 38,3 °C zu bringen. Die meisten Brutmaschinen bieten einen Temperatur-Regelbereich zwischen 20 und 40 °C, sodass sie Ihnen effektiv dabei helfen können, die richtige Temperatur zu erreichen und aufrechtzuerhalten.
Es ist unerlässlich, regelmäßig zu überprüfen, ob die richtige Bruttemperatur eingehalten wird. Je nach Ausstattung kann ein Flächenbrüter die Temperatur dabei dank integriertem Thermostat selbst regulieren und Ihnen per Display anzeigen. Wenn Sie ohne entsprechendes Gerät brüten, ist es wichtig, die Temperatur händisch zu überprüfen. Dafür ist ein Brutthermometer vonnöten, das immer auf die Ei-Oberkante gelegt wird, da diese Position für vergleichbare und standardisierte Ergebnisse sorgt.

Bruteier regelmäßig wenden
Die regelmäßige Wendung der Bruteier ist für die Entwicklung der Embryos zentral. Nur so lässt sich das Festkleben vom Embryo an der Eischale verhindern und die Temperatur gleichmäßig im gesamten Brutei verteilen, was für die optimale Nährstoffversorgung und Entwicklung entscheidend ist. Vor allem bei größeren Zuchtbetrieben oder bei Anfängern kann das richtige, konstante Wenden der Hühnereier jedoch herausfordernd sein.
Doch auch hierfür gibt es automatisierte Lösungen. Mit der richtigen Ausstattung arbeitet der Brutautomat vollautomatisch, sodass er immer für die richtige Temperaturverteilung sorgt. Dieses Konzept ist ebenfalls der Naturbrut nachempfunden, bei der die Glucke die Bruteier instinktiv beständig wendet. Mit dem entsprechenden Wendeeinsatz für die Brutmaschine ist es zudem möglich, neben Hühnereiern auch andere Geflügelarten erfolgreich zu brüten.

Die Temperatur beim Schlüpfen der Küken
Auch am Bruttag spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Übrigens ist auch das termingerechte Schlüpfen der Küken von der Stabilität der vorangegangenen Bruttemperatur abhängig. Wenn die Bedingungen während der Brut optimal waren, beginnen die Küken präzise am berechneten Tag mit dem Schlüpfen. Bei Hühnern dauert die Brutzeit in der Regel 21 Tage.
Mit der richtigen Technik zur optimalen Bruttemperatur
Insgesamt ist die Bruttemperatur für die erfolgreiche Vermehrung von Hühnern einer der wichtigsten Aspekte. Sie sollte bei 38,3 °C liegen, die dauerhaft aufrechterhalten werden, um für ein erfolgreiches Schlupfergebnis zu sorgen. Unabhängig davon, ob Sie ambitionierter Hobbyzüchter sind oder einen gewerblichen Betrieb führen, können wir Ihnen empfehlen, in Ausstattung zu investieren, die Sie beim Erfolg Ihres Brutvorhabens unterstützt.
Häufig gestellte Fragen zur Bruttemperatur für Hühner
Sollten Sie an dieser Stelle noch Fragen zum Zusammenhang zwischen der Bruttemperatur und der erfolgreichen Aufzucht von Hühnern haben, sind Sie hier richtig. Im Folgenden haben wir die häufigsten Fragen von Züchtern gesammelt und für Sie übersichtlich beantwortet:
Wie wirkt sich eine zu niedrige Bruttemperatur aus?
Eine zu niedrige Bruttemperatur sorgt für eine verlangsamte embryonale Entwicklung. Zudem steigt mit sinkender Temperatur das Risiko, dass der Embryo abstirbt. Sollte das Schlüpfen dennoch gelingen, sind schwache und unterentwickelte Küken häufig die Folge. Diese Tiere leiden häufig unter einem kleineren Körperbau und einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit.
Wie wirkt sich eine zu hohe Bruttemperatur aus?
Auch eine zu hohe Temperatur kann zu Komplikationen führen. Im Gegensatz zu einer niedrigeren Temperatur sorgt eine zu hohe für einen verfrühten Schlupfbeginn, was ebenfalls zu Fehlbildungen führen kann. Eine Überhitzung kann die Embryos auch bereits im Brutei abtöten.
Gibt es bei der Bruttemperatur Toleranzbereiche?
Kurzfristig kann die Temperatur um 0,5 °C abweichen, was zum Beispiel beim Lüften der Maschine unvermeidlich ist. Dennoch sollten diese Abweichungen nur wenige Minuten anhalten, um die Entwicklung des Embryos nicht zu beeinträchtigen.